1. Liga - Später Nackenschlag kostet den HCPH mögliche Punkte | HC Prättigau-Herrschaft

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HCPH unterliegt zu Hause Küssnacht a. R.

HCPH unterliegt zu Hause Küssnacht a. R.

HCPH – Küssnacht a. R. 2:4 (0:1, 2:1, 0:2)

Eishalle Grüsch: 98 Zuschauer

Tore HCPH: 1:2 Amstutz (Lüthi, Baher); 2:2 Vojakov (Rossi, Bahar)

Strafen: HCPH 3 x 2 Minuten; Küssnacht a. R. 6 x 2 Minuten

Der HCPH muss weiter auf die ersten Meisterschaftspunkte warten. Im zweiten Duell mit Küssnacht a. R. innerhalb weniger Tage unterlag der HCPH in der heimischen Eishalle Grüsch mit 2:4. Nach einem 0:2-Rückstand kämpfte sich das Heimteam bis zur Spielmitte eindrücklich zurück, ehe ein unglücklicher Gegentreffer vier Minuten vor Schluss die Partie zugunsten der Innerschweizer entschied.

Nach der knappen 1:3-Niederlage vom vergangenen Samstag in Küssnacht a. R. wollte der HCPH vor heimischem Publikum die passende Antwort geben. Und die Gastgeber fanden gut in die Begegnung. Sie wirkten in der Anfangsphase etwas inspirierter, hatten mehr vom Spiel und erspielten sich auch die besseren Möglichkeiten. Eine klare Dominanz entwickelte sich daraus zwar nicht, dennoch lagen die leichten Vorteile zunächst aufseiten der Bündner.

Küssnacht hielt dagegen, blieb in der Offensive zunächst aber weitgehend ungefährlich. Umso ärgerlicher war aus Sicht des Heimteams die Entstehung des ersten Treffers. Nach einem Missverständnis in der HCPH-Defensive kamen die Gäste beinahe aus dem Nichts zu ihrer Möglichkeit und nutzten diese konsequent zum 0:1. Der bisherige Spielverlauf war damit zumindest ein Stück weit auf den Kopf gestellt.

Der Rückstand zeigte beim HCPH zunächst keine grosse Wirkung. Die Gastgeber blieben ihrem Spiel treu, suchten weiterhin den Weg nach vorne und kamen zu Möglichkeiten, den Spielstand noch vor der ersten Pause auszugleichen. Was fehlte, war das Selbstvertrauen sowie die letzte Konsequenz vor dem gegnerischen Gehäuse. So ging es trotz eines guten ersten Drittels mit einem knappen 0:1-Rückstand in die Kabine.

Vom 0:2 zurück in die Partie

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung umkämpft. Doch ausgerechnet in einer Phase, in der weiterhin wenig zwischen den beiden Mannschaften lag, machte sich der HCPH das Leben selbst schwer. Ein folgenschwerer Lapsus in der Defensive eröffnete Küssnacht die nächste grosse Möglichkeit und die Gäste nahmen auch dieses Geschenk dankend an. Plötzlich stand es 0:2.

Zwei Gegentore, die weniger aus einer spielerischen Überlegenheit des Gegners entstanden waren, sondern vielmehr aus Fehlern, welche die Gäste aus der Innerschweiz konsequent bestraften. Der HCPH stand damit vor einer schwierigen Aufgabe, zeigte nun aber Moral.

Als Küssnacht gleich zwei Spieler auf der Strafbank hatte, bot sich den Prättigauern die grosse Gelegenheit, wieder ins Spiel zurückzukehren. In doppelter Überzahl liess sich das Heimteam diese Chance nicht entgehen: Amstutz traf nach Vorarbeit von Lüthi und Baher zum 1:2 und sorgte damit auch auf den Rängen wieder für neue Hoffnung.

Der Treffer verlieh dem HCPH sichtbar Auftrieb. Die Gastgeber setzten nach und wurden schon bald ein zweites Mal belohnt. Bei Spielmitte vollendete Vojakov nach Zuspiel von Rossi und Bahar zum 2:2. Innerhalb kurzer Zeit war der Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht und die Partie begann praktisch wieder von vorne.

Bis zur zweiten Pause blieb es beim Gleichstand. Damit war vor dem Schlussdrittel alles offen und die Hoffnung auf die ersten Meisterschaftspunkte der noch jungen Saison lebte mehr denn je.

Entscheidung fällt erst in der Schlussphase

Im letzten Drittel wurde deutlich, dass keine der beiden Mannschaften den entscheidenden Fehler begehen wollte. Die Partie blieb eng und umkämpft, wobei sich keines der Teams entscheidend absetzen konnte. Mit zunehmender Spieldauer gewann jeder Zweikampf und jede Scheibe an Bedeutung. Vieles deutete darauf hin, dass eine einzige Szene über Sieg und Niederlage entscheiden könnte.

Und genau diese Szene folgte vier Minuten vor dem Ende – zum Leidwesen des Heimteams. Ein unglücklicher Gegentreffer brachte Küssnacht erneut in Führung. Nach der erfolgreichen Aufholjagd und einer über weite Strecken offenen Partie war das 2:3 für die Prättigauer ein besonders bitterer Nackenschlag.

Dem HCPH blieb nur wenig Zeit für eine Antwort. Die Gastgeber mussten nun das Risiko erhöhen, warfen nochmals alles nach vorne und ersetzten ihren Torhüter in der Schlussphase durch einen zusätzlichen Feldspieler. Der erneute Ausgleich wollte trotz aller Bemühungen jedoch nicht mehr fallen.

Stattdessen nutzte Küssnacht das verwaiste Tor auf der Gegenseite und setzte mit dem Empty-Netter zum 2:4 den Schlusspunkt unter eine Partie, deren Endresultat deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten liess.

Erneut fehlt wenig, Punkte fehlen trotzdem

So stand der HCPH am Ende trotz einer engagierten Leistung erneut mit leeren Händen da. Besonders ärgerlich aus Sicht der Bündner war, dass die Niederlage keineswegs zwingend erschien. Das Heimteam hatte über weite Strecken auf Augenhöhe agiert und nach dem 0:2-Rückstand mit einer starken Reaktion bewiesen, dass es sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.

Gleichzeitig zeigte die Partie aber auch, woran es momentan noch fehlt. Küssnacht nutzte die Fehler des HCPH konsequent, während das Heimteam aus ihren eigenen Möglichkeiten insgesamt zu wenig Ertrag zogen. In einer engen Begegnung waren es letztlich genau diese Details, welche den Unterschied ausmachten.

Damit wartet der HCPH nach drei Meisterschaftsspielen weiterhin auf den ersten Punktgewinn. Die Leistung gegen Küssnacht a. R. lieferte durchaus positive Ansätze, belohnen konnte sich die Mannschaft dafür jedoch erneut nicht. Nun gilt es, die guten Phasen mitzunehmen, die individuellen Fehler zu reduzieren und sich in den kommenden Partien endlich auch resultatmässig für den betriebenen Aufwand zu belohnen.