1. Liga – HCPH-Eishockeymärchen ist nach 1:4 Heimniederlage gegen Martigny vorbei… | HC Prättigau-Herrschaft

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Der HCPH verliert mit 1:4 gegen Martigny und wird Vize-Schweizermeister der 1. Liga.

Der HCPH verliert mit 1:4 gegen Martigny und wird Vize-Schweizermeister der 1. Liga.

HCPH – Martigny  1 : 4 (0:1/0:2/1:1)

HCPH-Torschützen: Roussette (Vrabec, Däscher).

Das Eishockeymärchen des HCPH fand mit der 1:4-Heimniederlage zwar sein Ende, doch mit dem Gewinn des Vize-Schweizermeistertitels in der 1. Liga schrieb der Verein dennoch Geschichte. Ein Erfolg von historischer Tragweite, wie ihn der HCPH in seiner Vereinsgeschichte noch nie erlebt hat.

Von Beginn an war spürbar, dass die Gäste aus Martigny im zweiten Finalspiel keine Zweifel mehr aufkommen lassen wollten. Die Walliser traten äusserst konzentriert, defensiv sehr stabil und mit der nötigen Kaltschnäuzigkeit auf. Der HCPH seinerseits versuchte vor heimischem Publikum alles, um den Favoriten früh unter Druck zu setzen, tat sich in der Anfangsphase jedoch schwer, zu klaren Torchancen zu kommen. Immerhin präsentierte sich auch das Heimteam in der Defensive zunächst kompakt, arbeitete konsequent nach hinten und liess nur wenig zu. So entwickelte sich eine intensive, hart umkämpfte, aber chancenarme Finalpartie, in der beide Mannschaften kaum Räume gewährten und keine Geschenke verteilten.

Nach gut elf Minuten nahm die Begegnung dann eine erste entscheidende Wendung. Eine Unachtsamkeit in der Bündner Defensive nutzte Martigny eiskalt zur 0:1-Führung aus. Dieser Treffer verlieh den Gästen zusätzliche Sicherheit, während der HCPH weiterhin nach Lösungen suchen musste. Martigny liess kaum Räume offen, agierte abgeklärt und machte den Hausherren das Leben mit jeder Minute schwerer. Die Bündner stemmten sich zwar mit viel Einsatz, Laufbereitschaft und Wille dagegen, fanden gegen die disziplinierte und konsequente Spielweise der Walliser jedoch nur selten ein wirksames Mittel. Bis zur ersten Pause blieb es deshalb beim knappen Rückstand aus Sicht des Heimteams.

Auch im Mittelabschnitt wehrte sich der HCPH mit viel Herzblut gegen die drohende Niederlage. Am Engagement fehlte es den Bündnern keineswegs, doch Martigny hatte auf nahezu jede Aktion der Gastgeber die passende Antwort. Die Gäste verteidigten kompromisslos, traten äusserst routiniert auf und nutzten ihre Möglichkeiten mit beeindruckender Effizienz. Mit zwei weiteren Treffern rund um die Spielmitte stellten die Walliser die Weichen endgültig auf Sieg. Spätestens mit dem 0:2 und dem 0:3 wurde klar, dass die erhoffte Wende für den HCPH an diesem Abend kaum mehr zu realisieren sein würde. Zu abgeklärt trat Martigny auf, zu konsequent nutzte der Gast die wenigen entscheidenden Momente zu seinen Gunsten.

Im Schlussabschnitt liessen die Walliser nichts mehr anbrennen und brachten ihre Führung nicht nur souverän über die Zeit sondern erhöhten den Spielstand noch auf 0:4. Der HCPH liess sich auch davon nicht beirren und versuchte bis zum Schluss, sich gegen die Niederlage zu stemmen und den eigenen Fans noch einmal etwas zurückzugeben. Rund drei Minuten vor Schluss gelang Roussette immerhin noch der verdiente Ehrentreffer zum 1:4. Mehr als Resultatkosmetik war dieses Tor allerdings nicht mehr. Zu stabil, zu reif und zu effizient präsentierte sich Martigny an diesem Abend, um den Bündnern nochmals eine echte Wende zu ermöglichen.

Trotz der Heimniederlage und der verpassten Sensation überwiegt beim HCPH am Ende klar der Stolz. Die Bündner haben in dieser Saison Aussergewöhnliches geleistet, sind in entscheidenden Momenten über sich hinausgewachsen und haben sich mit einem leidenschaftlichen Playoff-Frühling in die Herzen ihrer Anhängerschaft gespielt. Der Vize-Schweizermeistertitel in der 1. Liga ist ein herausragender Erfolg und ein Meilenstein, der in der Vereinsgeschichte einen ganz besonderen Platz einnehmen wird. Dieses Team hat dem HCPH ein Eishockeymärchen geschenkt, das im Prättigau und weit darüber hinaus noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Noch schöner als jeder einzelne Sieg bleibt die Erkenntnis, dass diese Mannschaft den Verein auf eine Bühne geführt hat, die zuvor kaum jemand für möglich gehalten hätte. Auch wenn der letzte Schritt zum Titel nicht mehr gelungen ist, hat der HCPH in dieser Saison Geschichte geschrieben, mit Leidenschaft, Charakter und einer beeindruckenden Geschlossenheit. Genau das macht diesen Vize-Schweizermeistertitel zu weit mehr als nur einem zweiten Platz. Er ist Ausdruck einer aussergewöhnlichen Saison und eines Erfolgs, auf den der ganze Verein mit Recht stolz sein darf.